CHRONIK DER GEMEINDE

 

Unser Gemeindewappen:

 

 

Ein silberner gezinkter Sparren in Blau mit schwarzer Füllung.
Als sprechendes Wappen erinnert es an den Gemeindenamen, der "kleine Burg" bedeutet und  weist zugleich auf die einstige Wallburg auf dem Burgstall oberhalb von Arzl hin.
Das Gebiet  von Arzl im Pitztal war schon in der vorrömischen Zeit besiedelt. So lautet die offizielle, wappenkundliche Beschreibung des Arzler Gemeindewappens.

 

 

 

 

 

 

Fraktionen:  

               Seehöhe Einwohner
 Gemeinde - Gesamt   2965

 Arzl Dorf 

            883 m

1211

 Osterstein

  880 m

         506

 Bahnhof  Imst/Pitztal

  717 m

            4

 Timmls

1054 m

         140

 Hochasten

1327 m

          77

 Blons

  930 m

          55

 Wald

  895 m

         577

 Arzl - Ried

  911 m

           86

 Leins

1065 m

         309
   
Stand 25.01.2008


Unsere Gemeinde:

 
  Das Siedlungsgebiet unserer Gemeinde liegt am Eingang des Pitztales auf einer Seehöhe von 717 (Bahnhof) bis 1500 (Plattenrain) Metern. Die geringe Entfernung zur Bezirkshauptstadt Imst und die klimatischen Bedingungen (sehr mildes Kontinentalklima) haben unsere Gemeinde in letzter Zeit zu  einer beliebten Wohngemeinde gemacht.

Natürliche Gemeindegrenzen bilden im Norden der Inn, wobei wir hier an die Gemeinden Imst, Karrösten und Karres grenzen, im Westen der Venet mit dem Plattenraingebiet, Nachbar ist hier die Gemeinde Imsterberg, im Süden ist es der Talbereich mit den Gemeinden Wenns sowie im Sechzeigergebiet die Gemeinde Jerzens, im Osten der Walderbach gegenüber der Gemeinde Roppen.

Durch die günstigen klimatischen Voraussetzungen gedeihen alle Getreidesorten (Gerste, Weizen, Roggen und Mais), Kartoffel und sehr viele Obstsorten (Kern- und Steinobst) und sogar Wein gelangt zur Reife.

Obwohl durch den natürlichen Schutz der Lechtaler Alpen niederschlagsarm, fällt Sommer wie Winter genug Niederschlag.

Als negativ für das Zusammenleben in der Bevölkerung ist sicherlich die Trennung der Gemeinde durch die romantische und tiefe Pitzenschlucht zu nennen.
 
 

 

 

ECKDATEN UNSERER GEMEINDE

 

Kennzahlen:

 Gemeindekennziffer

70201

 Postleitzahl

6471

 Telefon-/Telefaxvorwahl

05412

 Fläche in ha

2937

 Mittlere Wohnhöhe

880 m

 Seehöhe des Gemeindezentrums

880 m

 Entfernung zur Bezirkshauptstadt (Imst)

5 km

 Entfernung zur Landeshauptstadt
 
(Innsbruck)

55 km

Räumliche Zuordnung:

 Politischer Bezirk

Imst

 Gerichtsbezirk

Imst

 Forstbezirk

Imst

 Standesamtsbezirk

Wenns

 Baubezirksamt

Imst

 Vermessungsamt

Imst

 HS -Pflichtsprengel

Imst

 Sanitätssprengel

Pitztal

 Raumordnungsplanungsregion

3

 Dekanat

Imst

 

Aufteilung der Waldfläche der Gemeinde:
 

Waldbesitzer

 Agrargem./ha

 Teil u.
 Privat./ha

 % Anteil

 Gesamtfläche ha

 Arzl Dorf

 113,5854

 228,1740

 20,94

 341,7594

 Wald

 127,7482

 326,3790

 27,83

 454,1272

 Leins

 252,1299

 41,5161

 17,99

 293,6460

 Timmls

 34,2174

 141,5259

 10,77

 175,7433

 Hochasten

 213,6505

 5,7782

 13,44

 219,4287

 Arzl-Ried

 71,1254

 3,4173

 4,57

 74,5427

 Blons

 4,3548

 19,5716

 1,47

 23,9264

 ÖBB Wald

 

 36,2697

 2,22

 36,2697

 Agm. Imsterberg

 7,0541

 

 0,43

 7,0541

 Agm. Wennerberg

 5,5000

 

 0,34

 5,5000

Summe

 829,3677

 802,6298

 100,00

 1631,9975

 

Flächennutzung der Gemeinde:
 

 Nutzungsart (Stand 1999)

 Hektar

 Prozent

 Dauernd besiedeltes Gebiet*

 700,0

 23,9

 Wald

 1632,0

 55,6

 Alpen

 315,7

 10,7

 Verkehrsflächen

 51,7

 1,7

 Gewässer

 31,1

 1,1

 Sonstige Flächen

 206,6

 7,0

 

 

 

 Gesamtfläche

 2937,1

 100

 

 

 

 (*davon: Bauflächen

 15,6 ha

 

 Gartenflächen

 28,2 ha

 

 Landw. Genutzte Fläche

 656,2 ha

 

 

     Gemeindeamt Arzl
 

 

NATUR UND UMWELT

 

 Markante Berge: 

 Venet
 Tschirgant
 Sechszeiger
 Wildgrat

 2513 m
 2372 m
 2387 m
 2964 m

 

 Gewässer:

 Inn
 Pitzbach
 Walder Bach

 

 Sehenswürdigkeiten:

 Kirchen und Kapellen
 Kriegerdenkmal
 Pitzenklamm mit Luis Trenkersteig und Benni Raich Brücke
 Erdpyramiden in der Walderbachschlucht

 

Kommentar zur Umweltqualität:

 
 

Die Umweltqualität in Arzl kann grundlegend als sehr gut bezeichnet werden. Die Bewohner finden ausreichend Möglichkeiten zur Erholung vor.
Die Luft- und Wasserqualität ist im Vergleich zu anderen Gemeinden gut.
Die Bewohner entlang der Pitztaler Landesstraße und der Wald -Leins - Jerzenerstraße sind allerdings dem Lärm und der Geruchsbelästigung, hervorgerufen durch das zeitweise große Verkehrsaufkommen, ausgesetzt.

 
 

 

ZUR GESCHICHTE UNSERER GEMEINDE

 
 

Auf Grund der hervorragenden Lage und des überaus guten Klimas ist wohl anzunehmen, dass es in unserem Gemeindegebiet schon sehr früh eine Besiedlung gegeben hat.
Der Name Arzl könnte auf  den romanischen Namen "arcella", was soviel wie kleine Burg heißt, zurückzuführen sein.

Urkundlich genannt wird der Name erstmals aber erst im Jahre 1260, damals schenkte nämlich Herr Gebhart von Starkenberg dem Stifte Wilten Zehente bei Arzel und Tumels (Timmls). Die Herren von Starkenberg hatten ihre Stammburg in der Nähe von Imst (heute Gemeinde Tarrenz) und waren später das reichste Adelsgeschlecht der Gegend.
Schon um 1070 werden aber zwei andere Namen unserer Gemeinde, "Walda" (Wald) und "Oista" (Hochasten oder Karrösten) in einer Schenkungsurkunde an das Hochstift in Brixen, genannt.

 
 

Weitere urkundliche Erwähnungen:

  • 1283  Hildebrand von Muls (Mils bei Imst) schenkt dem Kloster Stams seinen Hof zu Walda

  • 1288  Laut dem Güterverzeichnis oder Urbar des Grafen von Tirol besitzt auch der  Landesherr einen Maierhof und einen anderen Hof zu Arzelle.

  • 1289  Heinrich von Schwangau schenkt dem Kloster Stams einen halben Hof zu Walda

  • 1290  Die Herren von Schwangau (Füssen) schenken Güter zu Arzelle, Tumels

  • 1306  Hohenaeusten (Hochasten) und Stain (Steinhof) dem Kloster in Stams

  • 1302  Erhart von Tarrenz verkauft dem Kloster Stams seinen Hof in Walda

  • 1305  Wilfried von Schrofenstein (Landeck Stans) verkauft dem Kloster Stams den Schweighof  zu Walda

  • 1315  In Wald wird ein Dingstuhl (Gericht) für Wald und Arzl errichtet.

  • 1342  Randolfina, die Witwe Heinrichs von Schrofenstein, verpfändet ihre Höfe zu Wald dem Konrad von Schennan bei Meran.

  • 1350 Im Urbar des Stiftes Stams sind Höfe zu Arzelle, Tumels, Arczlay, Hinderaeusten und Hohenaeusten angeführt.

 

 
 

Der Landesfürst, die Adeligen und Klöster waren die Grundherren oder Eigentümer der Güter und gaben dieselben den Bauern zu Erbleihe und gegen jährliche Leistung jener Grundzinse.

Dieses Rechtsverhältnis blieb hier wie überall bis zur allgemeinen Grundentlastung, die in ganz Österreich im Jahre 1849 erfolgte, bestehen. Neben dieser grundherrlichen Abhängigkeit waren alle Bauern Untertanen der Tiroler Landesfürsten und mussten diesen jährlich die Landessteuer und bei feindlichen Angriffen den Dienst in der Landwehr leisten.

Einstmals war das ganze Pitztal, ja auch das ganze Gericht Imst eine einzige Markgenossenschaft oder Urgemeinde, denn nur so ist es zu erklären, dass die Gemeinde Arzl-Wald seit Alters bis heute Almen im hinteren Pitztal besitzt und dass dieses ganze Gebiet kirchlich zur Urpfarre Imst gehörte.

Innerhalb dieses großen Gebietes bildeten sich schon seit langem die einzelnen Hauptsiedlungen wie Wenns und Arzl zu eigenen Gemeinden.

Im Archiv der Gemeinde (aufbewahrt im Landesarchiv) befinden sich Pergamenturkunden, meist aus dem 16. Jahrhundert, die uns über diese Verhältnisse Auskunft geben, so besonders Urteile des Richters von Imst in Streitigkeiten zwischen den Nachbarschaften von Arzl, Wald, Leins, Ried, Timmels, Plaus (Blons) und Esten (Hochasten) einerseits und der Nachbarschaft des Pitztales andererseits, wegen der Weiderechte auf den Almen Taschach, Nesselberg und Schwarzenberg aus den Jahren 1470, 1530, 1539, 1553 und 1665. Nachbarschaften hieß man damals die kleineren bäuerlichen Ortsgemeinden, die eben eine örtliche Siedlungseinheit darstellten.
Im Jahre 1561 schlossen unter Vermittlung der Gerichtsobrigkeit Imst die "Nachbarschaft oder Gemeinschaft des unteren Kirchstuhles von Arzl, Wald, Leins, Tummels, Hohenasten und Pitzental" einerseits und "die ganze Pfarrmening des oberen Kirchenstuhles zu Wenns, Greut, Larchach, Langenau, Brennwald und Jerzens andererseits" einen Vergleich wegen der Leistung der Landsteuer und Hilfsgelder.
Hieraus ist ersichtlich, dass die Bildung der Gemeinden schon damals eine ähnliche war, wie heute.

Die Steuerkataster von 1629 und 1775 zeigen dieselbe Gliederung.
Danach zerfiel das Kirchspiel Arzl in die Untergemeinden Wald, Leins, Ried, Hohenasten und Timmels. Arzl und Wald bildeten zusammen, ebenso wie Wenns einen Dingstuhl, an welchem der Richter von Imst nach alter Sitte unter freiem Himmel zweimal im Jahr das Elichtaiding, einen allgemeinen Gerichtstag halten sollte.

Bei der Bildung der politischen Ortsgemeinden im Jahre 1811 nahm man Arzl samt jenen Untergemeinden oder Nachbarschaften als eine einzige Gemeinde und ebenso bei der Anlage der Katastermappe von 1856, so blieb es bis heute.

 
 

 

BESONDERE EREIGNISSE NACH DER JAHRHUNDERTWENDE

1907  Josef Siegele wird in den Reichstag gewählt. (Kulturratspräsident) 
 Wald erhält einen eigenen Friedhof.
1909  Die Kirche in Wald brennt ab
1912  Bau der Hochquellwasserleitung in Arzl
1914  Bau des Wasserkraftwerkes in der Pitzenschlucht für Arzl und Wald
1915  Fast alle Männer im Alter zwischen 16 und 60 müssen in den 1. Weltkrieg einrücken
1919  Installation des elektrischen Lichtes in den Schulhäusern von Arzl '
 und Wald wegen Petroleumnot
1923  Große Geldentwertung  1 Schilling = 10000 Kronen
1924  Weihe des Kriegerdenkmales in Arzl
1934  400 Jahrfeier der Kirche in Arzl
1935  Bundeskanzler Schuschnigg wird Ehrenbürger der Gemeinde Arzl
1936  Der Gemeinderat beschließt einen Kirchenordnung, einige Punkte daraus:
  • Das Verweilen auf dem Kirchplatz, im Friedhof und in der Friedhofskapelle ist während  des Gottesdienstes verboten
  • Die Kirchentüren müssen freigehalten werden, auf der Emporstiege darf nur eine Reihe stehen
  • Die letzten Stühle und die hinterste Kirchenbank auf der rechten Seite gehören ausschließlich den Männern, die linke Seite den Frauen. Die Jungfrauen haben Platz zwischen den Frauen und Schulmädchen. Auf der Empore dürfen nur Männer und Jünglinge über 16 Jahren.
1938  Volksabstimmung über den Beitritt an Deutschland  
 764 Jastimmen,  4 Neinstimmen
1939  1. September - Ausbruch des 2. Weltkrieges
1946  Die Stromversorgung erfolgt durch die TIWAG
1947  Umwechslung in Schilling, Verhältnis 3:1, Bank- und Sparkassenguthaben verfallen
1951  Der Gemeinderat beschließt den Bau eines neuen Schulhauses in Wald
1952  Offizielle Bezeichnung der Gemeinde  "Arzl im Pitztal"
1955  Plan der Ostersteinsiedlung - Bau einer Wasserleitung in die Siedlung.
 Ankauf des Platzes für die neue Schule in Arzl
1959  Der neue Kindergarten in Arzl wird eingeweiht
1960  Landeshauptmann Eduard Wallnöfer wird Ehrenbürger.
 der Gemeinderat beschließt den Bau einer Kanalisation
1961  Pater Otto Schöpf feiert seine Primiz
1962  Für Leins wird ein neues Schulhaus geplant
1966  Die Volksschule Hochasten wird aufgelöst. Grabungen am Burgstall bringen
 Funde aus der Bronze-, Hallstatt- und Römerzeit hervor.
 Errichtung eines Sendemastes auf dem Burgstall.
1967  Arzl tritt dem Hauptschulsprengel Imst bei
1968  Der Gendarmerieposten Arzl wird aufgelöst.
 Der Gemeinderat beschließt den Neubau eines Gemeindehauses.
1969  Die Agrargemeinschaft "Taschachalpe" wird gegründet - bis zu diesem
 Zeitpunkt war die Gemeinde Besitzer.
1972  Gründung der Erschließungsgesellschaft und Errichtung der Schlepplifte
 am Plattenrain und auf der Galtwiese
1974  Arzl erhält ein Gemeindewappen
1976  Dr. Ralf Tursky wird praktischer Arzt in Arzl.
 Einweihung des neuen Gemeindehauses.
1978  Bau der Leichenkapelle in Arzl
1979  Einweihung des Sportplatzes am Schönbühel
1981  Einweihung des Kindergartens in Leins
1983  Einweihung der neuen Pitztalbrücke.
 Einweihung des neuen Musikpavillons in Arzl.
1984  Gründung der Musikschule Pitztal mit Expositur in Arzl
1986  Eröffnung des Luis Trenkersteiges.
 Einweihung des Feuerwehrgerätehauses in Hochasten.
1989  Bau des neuen Turnsaales und der Feuerwehrhalle in Arzl.
 Primiz des Walch Roland in Leins.
1992  Die Gemeinde tritt dem Sozialsprengel Pitztal bei.
 Die Gemeindezeitung "Woadli" erscheint zum ersten Mal.
 Die Raika erhält einen Bankomat.
1993  Die neue Feuerwehrhalle in Wald wird eingeweiht.
 Einweihung des Feuerwehrgerätehauses in Timmls. (Mehrzweckhaus)
 Die Feuerwehr Arzl erhält ein neues Tanklöschfahrzeug.
1994  Baubeginn des Abwasserkanals in Wald, Baulos 02 Wald.
 Die Musikschule Pitztal wird Landesmusikschule.
 Der Stiftungskindergarten im Oberdorf wird von der Gemeinde übernommen und
 generalsaniert. Die vorläufig letzte Jungbürgerfeier findet statt.
 Arzl schließt einen Vertrag mit Tarrenz über den Wasserbezug ab.
 Das Land verordnet die Auflassung des Gemeindemüllplatzes.
 Luis Trenker Gedenkwochen in Arzl.
1995  Neururer Siegfried wird auf Grund der Erkrankung von Bgm. Siegele Edgar
 zum Bürgermeister gewählt, Neururer Wolfgang zum Vizebürgermeister.
 Die Pitzenklammbrücke wird eingeweiht.
 Die Planungsphase für das neue Feuerwehrhaus in Leins beginnt.
 Wald wird an das Kanalnetz der Gemeinde angeschlossen.
1996  Für die VS Wald wird ein Zubau mit Turnsaal geplant
1997  Der Gemeinderat stimmt der Errichtung eines notärztlichen Bereitschaftsdienstes
 der Pitztaler Gemeinden zu.
 Arzl tritt dem Abfallbeseitigungsverband Westtirol bei. Arzl tritt dem Verein
 "Naturpark Kaunergrat" bei. Für das Projekt "Kreuzangersiedlung" in Leins wird ein
 Architektenwettbewerb ausgeschrieben.
1998  Ein örtliches Raumordnungskonzept wird von DI Falch ausgearbeitet.
 Einweihung des neuen Musikpavillons in Wald.
 Der Gemeinderat stimmt der Fusionierung der Pitztaler Tourismusverbände zu.
 Schließung des Plattenrainliftes. Übernahme der Geschäftsanteile der
 Tourismusverbandes Arzl - Wald durch die Gemeinde.
 Fertigstellung des Abwasserkanals, Bauabschnitt 03 Leins/Ried.
1999  Grundverhandlungen zum Gewerbepark Emliboden.
 Einweihung der neuen Feuerwehrhalle in Leins.
 Neugestaltung des Gemeindeamtes.
2000  Stadler Astrid wird zur Nationalrätin gewählt
 Baubeginn Gewerbegebiet Arzl
2003  Arzl bekommt einen neuen Flächenwidmungsplan
2004