Volksschule Arzl
Schulleiterin in Arzl: Manuela Haid Weitere Lehrer Arzl: Barbara
Pfefferle, Edeltraud Eiter, Evelyn Mavc, Mag. Ignaz Frischhut für
Religion, Manuela Klotz, Andrea Schrott und Armin Reinstadler
Geschichte der Volksschule Arzl Die Anfänge der Schule gehen
in das 16. Jahrhundert zurück. Die Aufzeichnungen bis zur
Jahrhundertwende sind sehr spärlich (1900). Die Schulchronik
beginnt mit dem Schuljahr 1901/1902. Bis zur
Jahrhundertwende war die Schule einklassig, es gab kein eigenes
Schulhaus. Unterrichtet wurde in Bauernstuben, im alten
Spritzenhaus und im Mesnerhaus (70 bis 80 Kinder in einer
Klasse). Damalige
Schulzeiten: Sommerschule vom 1. Mai bis 15. Juni und vom 1. bis
15. Oktober, Winterschule vom 15. Oktober bis 30. April.
1903: Ankauf des Wohnhauses Nr. 3
(Besitzer Alois Stoll) gegenüber der Bäckerei Bernhard als
Schulhaus. 1923/24:
Schulhausumbau im Hause Nr. 3. Während des Umbaues wurde in der
Kinderbewahranstalt unterrichtet.
1938 bis 1945: Österreich als Teil Großdeutschlands: Zuerst
viele Neueinführungen: Sport, politische Schulung, große
Sammlungsaktivitäten (Heilkräuter, Altstoffe, Alteisen,
Knochen,...). - ständiger Lehr - Personenwechsel, viele Ausfälle
von Unterrichtsstunden. 1941/42: Einführung der
Normalschrift (ähnlich der heutigen Schulschrift, früher
deutsche Kurrentschrift). 1955/56: Der
Gemeinderat beschließt den Neubau eines Schulhauses. Baugrund:
ehemaliger "Sattlers Acker". Am 18. Oktober 1959 Einweihung des
neuen Schulhauses durch Missionär Zotz und Pfarrer Paul
Kathrein. Damaliger Kostenaufwand: ca. 2 Millionen Schilling.
1966/67: VS Hochasten wird aufgelassen und der VS Arzl
eingegliedert. 1971/72: Höchste Schülerzahl in Arzl - 214
Volksschüler, über 100 Hauptschüler und 20 Gymnasiasten - zum
Vergleich: 1901/1902 70 Schüler. 1972/73: Volksschule Arzl kommt
zum Pflichtsprengel der Hauptschule Imst. 1.
Gratisschulbuchaktion - erstmals Mengenlehre. 1979/80:
Neueinführung "Neues Werken für Knaben und Mädchen" (auch Knaben
lernen jetzt Häkeln, Stricken,...) Beginn des
Förderunterrichtes. 1983/84: Am 22. März 1984 wurde der
Elternverein an der Volksschule Arzl gegründet. 1984/85: Die
neu gegründete Musikschule Pitztal, Expositur Arzl hält den
Musikschulunterricht größtenteils in der VS Arzl ab. 1986/87:
Die Volksschule Arzl verliert den Turnsaal (Teilung für 2
Klassen) Einführung der Klassen- und Schulforen.
1987/88: Der Gemeinderat beschließt den Bau eines neuen
Turnsaales in der Grube hinter dem Gemeindehaus zu bauen.
1996: Erweiterungsarbeiten – Dachgeschoss wird ausgebaut und
Dach neu eingedeckt. Alle Warmwasser- und WC-Anlagen werden
erneuert. 2002: Renovierungsarbeiten – Außenwände
Wärmedämmung, Heizungsanlage, Türentausch, Malerarbeiten,
Möbilar für Klassen und Neugestaltung des Eingangsbereiches.
2008: Neugestaltung des Vorplatzes.
Volksschule Wald
Schulleiter in Wald: Hubert Markt Weitere Lehrer Wald: Hans Banyai, Andrea Schrott, Diakon Alois Rauch
für Religion und Peter Schrott für die Reststunden.
Geschichte der Volksschule
Wald 1879 gab es in Wald schon eine einklassige Volksschule mit eigenem
Schulhaus. Vorher wurde der Unterricht in Bauernstuben abgehalten.
Die alte Schule befand sich im Hause Nr. 4 neben dem Widum.
Einweihung der heutigen Schule 1956. Im Schuljahr 1885/86 zählte man
90 Schüler (in einer Klasse). Von 1938/39 bis 1980/81 war dann die
Schule zweiklassig; in den folgenden zwei Schuljahren sank die
Schülerzahl auf 19 und die Schule wurde wieder einklassig. 1983/84
bis 1987/88 gab es wieder eine zweiklassige Schulorganisation. Seit
dem Schuljahr 1988/89 ist die Schule dreiklassig.
Volksschule Leins
Schulleiterin in Leins: Nothburga Plattner
Weitere Lehrer Leins: Diakon Rauch Alois für
Religion und Sandra Baumann für die Reststunden
Geschichte der Volksschule Leins
Die Anfänge der Schule in Leins sind nicht
genau feststellbar. Sie dürften jedenfalls in das Ende des 18. bzw.
zu Beginn des 19. Jahrhunderts fallen. Die erste Schulchronik wurde
im Jahre 1930 geführt. Die Zeit zu welcher das alte Schulhäuschen in
Leins (HNr. 41) erbaut wurde, ist nicht genau bekannt.
Aufschreibungen sind darüber keine vorhanden. 1830 wurde es
vergrößert. 1908 wurde dann mit dem Bau des neuen Schulhauses (HNr.
42) begonnen. Es wurde noch im selben Jahr bezogen. Nach
fünfjähriger Bauzeit konnte zu Beginn des Schuljahres 1967/68 das
derzeitige Schulhaus bezogen werden. (Einweihung 3.12.1967) Die
Leiner Schule war zeitweise einklassig bzw. zweiklassig. Der
Höchststand der Schüler war 1847/48 mit 71 Schulkindern. Eine Zeit
lang mussten die Kinder von Arzl-Ried die Volksschule in Wald
besuchen. Seit 1981/82 ist in der Volkschule Leins auch ein
Gemeindekindergarten untergebracht.
Besonders
Erwähnenswert ist die Sanierung der alten Getreidemühle in Ried durch
die Mühleninteressentschaft Arzl-Ried unter deren Obfrau Helene Schrott.
Wo´s Dörflein dort zu Ende geht,
wo´s Mühlrad am Bach sich dreht .........
DIE GESCHICHTE DER
MÜHLE
Nur wenige Schritte außerhalb des
Weilers Arzl - Ried steht diese fast 200 Jahre alte Getreidemühle.
Sie gilt als beinahe unverändertes technisches Denkmal der seit
Jahrhunderten betriebenen Getreidevermahlung in unseren alpinen
Regionen. Mächtig, stolz und sich wohl ihrer morbiden Schönheit
bewusst, präsentiert sie sich am Mühlenbach.
Die Eingangstüre der Mühle mit
den Jahreszahlen aus dem 19. Jahrhundert, welche "1870" und "1869"
und zahlreiche Initialen erkennen lassen, könnte wohl so manche
Geschichte erzählen.
Als gesichert gilt, dass die
Mühle bereits im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Bis zum Jahr 1900
wurde sie von 9 Mühlbesitzern über ein oberirdisches Wasserrad
betrieben, danach bis 1957 mittels Druckleitung und liegender
Turbine. Von 1958 bis 1970 wurde das Mühlwerk mit elektrischer
Energie betrieben.
Ab 1970 stand die Mühle dann
still und fiel in einen über 30 Jahre währenden Dornröschenschlaf.
DIE SANIERUNG
Als 1970 der Mühlbetrieb
eingestellt wurde, drohte das alte Gemäuer zu verfallen. Im Jahr
1982, als engagierte Bewohner des Weilers eine Sanierung vornehmen
wollten, stießen sie auf wenig Gegenliebe. Doch der Lauf der Jahre
brachte einen Sinneswandel. In den vergangenen Jahren wurde die
Mühle durch sehr aktive Mitglieder der Mühleninteressentschaft
- allen voran Helen Schrott - in vielen kleinen behutsamen
Arbeitsschritten wieder hergerichtet. Die "Krönung" war schließlich
das neue Mühlrad, das vom Mühlen-Restaurator Emil Köll im Jahr 2004
gefertigt und montiert wurde.
Seit den 70er Jahren steht die
alte Mühle unter Denkmalschutz und wird von ihren Besitzern sorgsam
gepflegt.
Und das Mühlrad dreht sich und
dreht sich und dreht .....
KORN IST LEBEN
In früheren Zeiten, als die
Bauern der Region vom alleinigen landwirtschaftlichen Ertrag leben
mussten, galten die Mühlen als unentbehrlich für das Überleben der
Familien. So sah die Kulturlandschaft des vorderen Pitztales bis
weit in die 50er Jahre wie ein bunter Fleckerlteppich mit
verschiedenen Äckern und Feldern aus. Es wurde Weizen, Roggen,
Gerste und Mais für den Eigenbedarf angebaut und in der Mühle durch
bis zu fünf Arbeitsschritte zu Mehl gemahlen.
In der Mühle in Arzl-Ried teilten
sich 9 Bauern die Mühle. Jeder von ihnen verstand sein Handwerk und
mahlte sein Korn selbst.
Das Weizenmehl in Butter
anbräunen (eher dunkel werden lassen), mit ca. 1/4 Liter Wasser
aufgießen und gut einrühren. Herd auf kleinste Stufe zurückschalten.
Maismehl dazugeben, salzen und auf kleiner Flamme ca. 10 Minuten
weiter köcheln lassen.
Dass Wassermuas am Schluss mit Käse bestreuen und ein wenig Butter
darüber geben, kurz schmelzen lassen und fertig!
TIPP: Statt Käse können auch fein
geschnittene, leicht angeselchte Hauswürste genommen werden.
Weiter Informationen bei:
Mühleninteressentschaft Arzl-Ried
Obfrau Helene Schrott
Ried 9, 6471 Arzl im Pitztal
Führungen und Öffnungszeiten nach
telefonischer Vereinbarung!
(Helene Schrott, Tel. 05412/65049 oder 05412/64812)
Anfahrtsplan:
Neben all den anderen Sammlern von historischen und kulturellen
Gebrauchsgegenständen, Fotos und dgl. in der Gemeinde, möchte ich
noch besonders auf zwei von ihnen hinweisen.
Eine
besondere Leidenschaft vom mittlerweile verstorbenen Toni Konrad "Honselers
Toni" war das Sammeln alter Gebrauchsgegenstände. In seinem alten
Hof hat er nach
seiner Pensionierung im Stadel ein privates Museum eingerichtet, wo
so mancher Besucher (nach Voranmeldung bei Frau Konrad) erstaunt
ist, was man hier alles zu sehen
bekommt.
Einige Ansichten von den Sammlungen
In seiner Freizeit füllenden
Leidenschaft des Sammelns hat auch
Krippenbaumeister Walter Kopp
neben seinen vielen anderen außergewöhnlichen Sammlungen (besonders
Erwähnenswert sein Biermuseum), mit Hilfe seiner Frau Margret ein
kleines privates Museum von alten Gebrauchsgegenständen in seinem
Haus in Timmls eingerichtet.
Karfreitagsumzüge hat es in Tirol
seit dem 16. Jahrhundert gegeben. Es sind lange Listen
mit den Darstellern und ihren Rollen erhalten, aus denen
auch ersichtlich ist, dass gewisse biblische Rollen
bestimmten Berufen und Zunftangehörigen vorbehalten
blieben. Die Darsteller wurden mit ihrem biblischen
Vorbild identifiziert, worunter vor allem der linke
Schacher und besonders der verräterische Judas zu leiden
hatten, wenn sie von der Menge beschimpft, bespuckt und
geschlagen wurden. Die realistische Rollenauffassung
muss sehr weit gegangen sein, denn es gab zahlreiche
behördliche und kirchliche Beschwerden darüber, wie
sich zum Beispiel Maria Magdalena aufführte oder über
das allzu laute „Judengeschrei". Zwischen den
Karfreitagsumzügen, die vor allem von den Kapuzinern,
später von den Jesuiten gefördert wurden, und den
Passionsspielen, bestehen enge Zusammenhänge. Trotz
älteren und späteren Verboten haben sich
Karfreitagsprozessionen in drei Tiroler Orten auch über
die Zeit des Zweiten Weltkrieges erhalten, in Nauders,
in Thaur und in Arzl im Pitztal. Nachdem die
Ministranten um drei Uhr nachmittags die großen Ratschen
mit viel Lärm am Friedhof gedreht haben, wird eine
verschleierte Corpus Christi-Figur auf einer Bahre um
das Dorf getragen. Den Leichenzug führt ein Ministrant
mit einem Kreuz an, auf dem die arma Christi, die
Leidenswerkzeuge, angebracht sind. Ein weißgekleidetes
Mädchen mit weißem Blumenkranz im Haar hält während der
ganzen Prozession ein Kissen mit der Dornenkrone. Dann
folgt die Christusfigur, die von dem aus Arzl stammenden
Bildhauer Johann Schnegg stammt, den Friedrich II. auf
sein Schloss Sanssouci rief, wo er für den Preußenkönig
viele Marmorstatuen schuf. Hinter dem hölzernen Leichnam
gehen der Pfarrer und dann die Gläubigen. Wenn der
feierlich-traurige Leichenzug durch das Dorf wieder zur
Pfarrkirche zurück kehrt, ist die Dämmerung schon
herein gebrochen. In der Kirche wird die Figur zum
Hauptaltar getragen und ins heilige Grab gelegt, wo sie
bis zur Auferstehungsfeier verbleibt.
(Bericht von Wolfgang Pfaundler)
Fasnachtsumzügein Arzl und Wald im
4 - Jahresrhythmus Frühjahrskonzerte und Platzkonzerte der Musikkapellen
Adventveranstaltungen in der Gemeinde
Karfreitagsprozession in Arzl
Weitere Prozessionen
(Fronleichnam, Herz Jesu Sonntag, Kirchtag)
Sportler- und Lehrlingsehrungen alle zwei Jahre Gemeindezeitung"Woadli"
Veranstaltungen für Senioren
und Veranstaltungen der Vereine
Arzler Fasnacht: "Figatter-Reiter" in
Arzl um 1930 und "Spritzer" in den 1950ern
Viele der Wandmalereien, aber
auch unzählige Bilder auf Leinwand wurden von dem weit über die
Gemeindegrenzen hinaus bekannten Dorfkünstler Schöpf Hans vulgo
"Giovanni" gemalen!
Die Sage vom Wilden Mann - Wald In der
Gegend von Wald und Roppen gab es einst Wilde Männer, die zwar
selten mit der kultivierten Bevölkerung im Verkehr standen, aber
zuzeiten sich ihr doch gutartig und hilfreich zeigten. Eines Tages trieb ein Hirt im Dörfchen Wald seine Ziegen auf
eine felsige Anhöhe zur Weide; eine Ziege verstieg sich, der Hirte
kletterte ihr nach und hatte das Unglück, abzustürzen und sein Leben
zu beenden. Da brachte gegen Abend ein großer, fremder, wild
aussehender Mann die Herde getrieben, kam aber selbst nicht in das
Dorf herein, sondern harrte draußen, und so auch beim Austrieb. Erst
wunderten sich die Bewohner, dann gewöhnten sie sich an den
seltsamen Hirten, der nie eine Ziege verlor, brachten ihm sein
Essen hinaus, stellten es auf einen Stein, wo er es abholte, und
waren ganz wohl mit ihm zufrieden, ohne seine nähere Bekanntschaft
zu machen, zumal der seltsame Hirte niemals Lohn heischte, was
überall äußerst gern gesehen wird. Dieses Verhältnis dauerte über
zehn Jahre an, während welcher Zeit der fremde Hirte mit keiner
einheimischen Seele ein Wort gewechselt hatte. Die Bewohner von
Wald, die in der Kleidung ihres Hirten endlich sehr bedenkliche und
offenbare Mangel erblickten, meinten nun doch, er habe einige
Kleidungsstücke wohl verdient, und beschlossen, ihn mit einem neuen
Gewande zu beglücken. Der Schneider des Ortes musste dies nach dem
Augenmaß fertigen, und eines Tages erfolgte nebst dem Essen die
Darbringung neuer Hemden, eines Hutes, einer Weste, Joppe,
Beinkleider, Strümpfe und derbsohliger Schuhe, worauf sich in
bescheidener Entfernung die Männer von Wald aufstellten, um sich an
der Freude zu ergötzen, welche der Wilde Mann äußern werde über den
neuen Anzug. Dieser kam, sah und stutzte, dann fing er an, das neue
Zeug allmählich an- und das alte abzulegen, was ihm nach mehreren
Versuchen auch ganz gut gelang. Er schien sich auch mit vielem
Vergnügen zu betrachten, endlich lief er einen überlauten Juchzer
erschallen und sang:
Und öz hab i mei
Vergnüg'n, und öz bin i a schöner Bua, und öz hüet i nöt mehr enkre Zieg'n, wo's an Hirt'n herkriegt's,
schaut's halt zua!
Der Osterstein bei Arzl Nördlich vom Dorfe Arzl im Oberinntal liegt der so genannte
Osterstein (Ostarstoan). Es ist ein freistehender massiger Hügel,
vorn felsig, rückwärts bewaldet, zu dessen Höhe ein Weg hinaufführt.
Oben befindet sich ein kleiner ebener Platz, mit einer Steinterasse,
welche der Hochosterstein heißt. Ringsum liegen mehrere abgeplattete
Steinblöcke (Ganden) zerstreut. Der Ort gilt für unheimlich, weil einst Hexen hier ihr Unwesen
getrieben haben sollen. Weiter unten steht eine kleine Kapelle mit
dem Schutzpatron den heil. Magnus; östlich am Fuße des Berges
befindet sich der Sage nach ein verschüttetes Goldbrünnl.
Alljährlich am Veitstage (15. Juni), bevor man das Vieh zur Alpe
treibt, sowie auch bei Misswachs, geht eine Prozession um den
Osterstein. Da sonst keine religiöse Zeremonie daselbst allenfalls zu Ostern
stattfindet, von der der Hügel seinen interessanten Namen entlehnt
haben könnte, so ist mit Sicherheit anzunehmen, dass wir in ihm eine
alte Kultusstätte der deutschen Licht- und Frühlingsgöttin Ostara zu
suchen haben.
Scheibenschlagen – Arzl Als am ersten Fastensonntag in Arzl in Oberinnthal Scheiben
geschlagen wurden, sah man sieben Teufel, die tanzend und schreiend
in den Wald sprangen. Es ist dies vor beiläufig 22 Jahren geschehen.
(Arzl)
Der alte Advokat – Arzl Zwischen Wenns und Pitzthal geistert es im Walde. Es geht dort ein
alter Advokat um, der den Wennsern die Alpe zu Gunsten der Arzler
"abdisputirt" hat, nachdem er die alten Briefe in Imst verbrannt
hat.
Pitzepütz, Habergais und Dilledeis – Arzl In der Pitzeklamm hausten auch verschiedene Pütz – so die alte
Schreibung des Bachnamens – wie der „Bluatschink“ der die
vorwitzigen Kinder in die wildrauschenden Fluten des Baches locke.
Die Sagen von der Habergais (dem Unglück verheißenden Geschrei des
Käuzchens in der nähe der Gehöfte) und dem Dilledeis (einem
spukhaften Hausgeiste) dürften wohl auch Anklänge an den Glauben der
heidnischen Vorfahren enthalten.
Saltthon – Timmls Ein Bauer von Arzl im Oberinnthal ging einmal in den Wald, um
Kienholz zu machen. Dort fand er aber einen so harten Zunderstock,
daß es ihn viel Mühe kostete, ihn zu "klieben". Als er mit dieser
Arbeit beschäftigt war, kam eine Fanga daher und fragte den Bauer:
"Wie heißest du?" Da antwortete der Bauer dem Waldweibe: "Saltthon."
Da sprach die Fanga freudig: "Jetzt bekomm ich einmal
Menschenfleisch, das soll mir schmecken." Darauf sagte der Bauer,
der ein pfiffiger Kauz war: "Du wirst mich aber nicht roh essen;
wenn das Fleisch schmecken soll, muß es gebraten sein." Nun fragte
die Fanga: "Wie geht denn das?" Da erwiderte der Bauer: "Du mußt
zuerst diesen Zunderstamm "klieben", ihn dann anzünden und dann kannst
du mich am Feuer braten. Fahr nur mit deinen starken Händen hinein
und reiß den Stock auseinander." Das that das Waldweib und griff in
die Spalte hinein. Der Bauer zog aber stracks den hineingeschlagenen
Keil heraus und die Fanga war nun eingeklemmt. Wie sie sich so
überlistet und gefangen sah, fing sie an zu schreien und um Hilfe zu
rufen. Da kam der Waldmann so herabgetümmelt (gelärmt), daß noch
heutzutage der Ort Timmels heißt, und rief: "Wer hat dir ein Leides
gethan?" Antwortete die Fanga: "Saltthon." Als der Waldmann dies
hörte, war er unwillig und rief: "Saltthon, saltg'litten!" Dann lief
er davon und ließ die Fanga im Stiche. Der Bauer kam nun mit heiler
Haut nach Hause, wagte sich aber nie mehr so hoch in den Wald
hinauf. (Bei Imst.) Anmerkung: Fanga, Fenke für Waldweib ist in Vorarlberg und
Graubünden gebräuchlich "saltthon" Dialekt für "selbergetan"
Der Taschachputz - "Der Taschiputz" Etwa um
das Jahr 1480 herum soll die Gemeinde St. Leonhard in argen
Geldnöten gewesen sein. Trotzdem wollten sie eine Kapelle bauen. Um
das notwendige Geld aufzutreiben suchten sie bei der reichen
Gemeinde Arzl im vorderen Pitztal um einen Kredit an. Diese liehen
das Geld her, aber nur unter gewissen Bedingungen. So sollte das
Geld zu einem bestimmten Tag und zu einer bestimmten Stunde
zurückgebracht werden. Sollte dies nicht der Fall sein, würde das
gesamte Almgebiet im hintersten Pitztal an die Gemeinde Arzl
fallen. Als nach Jahr und Tag ein Gemeindebürger das Geld zurückbringen
wollte, ließen sich die Gemeindeoberen von Arzl verleugnen. So
konnte das Geld nicht rechtzeitig zurückgegeben werden.
Manche behaupten, der Bürgermeister von Arzl hätte die Uhr sogar
eigenhändig vorgestellt, damit der St. Leonharder Bote ja zu spät
komme. Auf jeden Fall war ab nun das Almgebiet am Fuße des Mittagskogels
und weit hinauf bis zum Rifflsee im Besitz der Arzler.
Zur Strafe wurde der Arzler Gemeindevorsteher nach seinem Tod dazu
verdammt, in der Heiligen Nacht heulend durch die
Kitztgartenschlucht bei Wiese Richtung Taschach zu gehen. Unter dem
Arm trägt er eine Schriftrolle. Sollte sie ihm jemand wegnehmen,
wäre er erlöst. Bis jetzt hat sich aber noch niemand getraut, dies
zu tun. So spukt der Geist des Ortsvorstehers noch immer als Taschachputz
herum und bringt manchen Besucher der Taschachalm zum Fürchten.