BILDUNG UND KULTUR

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Volksschule Arzl

Schulleiterin in Arzl: Manuela Haid

Geschichte der Volksschule Arzl
Die Anfänge der Schule gehen in das 16. Jahrhundert zurück. Die Aufzeichnungen bis zur Jahrhundertwende sind sehr spärlich (1900).
Die Schulchronik beginnt mit dem Schuljahr 1901/1902.  
Bis zur Jahrhundertwende war die Schule einklassig, es gab kein eigenes Schulhaus. Unterrichtet wurde in Bauernstuben, im alten Spritzenhaus und im Mesnerhaus (70 bis 80 Kinder in einer Klasse).      
Damalige Schulzeiten: Sommerschule vom 1. Mai bis 15. Juni und vom 1. bis 15. Oktober, Winterschule vom 15. Oktober bis 30. April.
1903: Ankauf des Wohnhauses Nr. 3 (Besitzer Alois Moll) gegenüber der Bäckerei Bernhard als Schulhaus.     
1923/24: Schulhausumbau im Hause Nr. 3. Während des Umbaues wurde in der Kinderbewahranstalt unterrichtet.        
1938 bis 1945: Österreich als Teil Großdeutschlands: Zuerst viele Neueinführungen: Sport, politische Schulung, große Sammlungsaktivitäten (Heilkräuter, Altstoffe, Alteisen, Knochen,...). - ständiger Lehr - Personenwechsel, viele Ausfälle von Unterrichtsstunden.
1941/42: Einführung der Normalschrift (ähnlich der heutigen Schulschrift, früher deutsche Kurrentschrift).  
1955/56: Der Gemeinderat beschließt den Neubau eines Schulhauses. Baugrund: ehemaliger "Sattlers Acker". Am 18. Oktober 1959 Einweihung des neuen Schulhauses durch Missionär Zotz und Pfarrer Paul Kathrein. Damaliger Kostenaufwand: ca. 2 Millionen Schilling.  
1966/67: VS Hochasten wird aufgelassen und der VS Arzl eingegliedert.
1971/72: Höchste Schülerzahl in Arzl - 214 Volksschüler, über 100 Hauptschüler und 20 Gymnasiasten - zum Vergleich: 1901/1902 70 Schüler. 1972/73: Volksschule Arzl kommt zum Pflichtsprengel der Hauptschule Imst. 1. Gratisschulbuchaktion - erstmals Mengenlehre.
1979/80: Neueinführung "Neues Werken für Knaben und Mädchen" (auch Knaben lernen jetzt Häkeln, Stricken,...) Beginn des Förderunterrichtes. 1983/84: Am 22. März 1984 wurde der Elternverein an der Volksschule Arzl gegründet.
1984/85: Die neu gegründete Musikschule Pitztal, Expositur Arzl hält den Musikschulunterricht größtenteils in der VS Arzl ab.
1986/87: Die Volksschule Arzl verliert den Turnsaal (Teilung für 2 Klassen) Einführung der Klassen- und Schulforen.       
1987/88: Der Gemeinderat beschließt den Bau eines neuen Turnsaales in der Grube hinter dem Gemeindehaus zu bauen.     
1996: Erweiterungsarbeiten – Dachgeschoss wird ausgebaut und Dach neu eingedeckt. Alle Warmwasser- und WC-Anlagen werden erneuert.
2002: Renovierungsarbeiten – Außenwände  Wärmedämmung, Heizungsanlage, Türentausch, Malerarbeiten, Möbilar für Klassen und Neugestaltung des Eingangsbereiches.
2008: Neugestaltung des Vorplatzes.
2012: Einbau einer neuen Schulküche

 

 


Volksschule Wald
Schulleiter in Wald: Hubert Markt

Geschichte der Volksschule Wald        
1879 gab es in Wald schon eine einklassige Volksschule mit eigenem Schulhaus. Vorher wurde der Unterricht in Bauernstuben abgehalten. Die alte Schule befand sich im Hause Nr. 4 neben dem Widum. Einweihung der heutigen Schule 1956. Im Schuljahr 1885/86 zählte man 90 Schüler (in einer Klasse). Von 1938/39 bis 1980/81 war dann die Schule zweiklassig; in den folgenden zwei Schuljahren sank die Schülerzahl auf 19 und die Schule wurde wieder einklassig. 1983/84 bis 1987/88 gab es wieder eine zweiklassige Schulorganisation. Seit dem Schuljahr 1988/89 ist die Schule dreiklassig.

 

 


Volksschule Leins
Schulleiterin in Leins: Notburga Plattner

Geschichte der Volksschule Leins
Die Anfänge der Schule in Leins sind nicht genau feststellbar. Sie dürften jedenfalls in das Ende des 18. bzw. zu Beginn des 19. Jahrhunderts fallen. Die erste Schulchronik wurde im Jahre 1930 geführt. Die Zeit zu welcher das alte Schulhäuschen in Leins  (HNr. 41) erbaut wurde, ist nicht genau bekannt. Aufschreibungen sind darüber keine vorhanden. 1830 wurde es  vergrößert. 1908 wurde dann mit dem Bau des neuen Schulhauses (HNr. 42) begonnen. Es wurde noch im selben Jahr bezogen. Nach fünfjähriger Bauzeit konnte zu Beginn des Schuljahres 1967/68 das derzeitige Schulhaus bezogen werden. (Einweihung 3.12.1967) Die Leiner Schule war zeitweise einklassig bzw. zweiklassig. Der Höchststand der Schüler war 1847/48 mit 71 Schulkindern. Eine Zeit lang mussten die Kinder von Arzl-Ried die Volksschule in Wald besuchen. Seit 1981/82 ist in der Volksschule Leins auch ein Gemeindekindergarten untergebracht.

 

IN ARZL

IN WALD IN LEINS
1901 -1906 Franz KIRSCHNER  1877 - 1894  Wendelin SCHULER  1895 - 1900 Notburga WAIBL
1906 - 1910 Franz HINTERHOLZER  1894 - 1919 Heinrich FRITZ  1900 - 1904 Johanna GEIR 
1910 - 1912  Johann THALER  1919 - 1923 Hans KRISMER  1904 - 1908 Katharina KNERINGER
1912 - 1919

Anton BACHLER sen. 

1923 - 1925 Genovefa GRÜNBERGER 1908 - 1920 Julie STURM
1915 - 1933   Franz WINKLER  1925 - 1934 Siegfried PATSCHEIDER 1920 - 1923  Franz WINKLER
1933 - 1937 Simon JENEWEIN  1934 - 1935 Hans ZANGERLE 1923 - 1924 Johann SANTELER 
1937 - 1939    Adolf RIPFL 1935 - 1936 Alois MADER  1924 - 1929 Johann BAUMGARTNER
1939 - 1942   Martin RIML  1936 - 1938 DR. Karl GAIM 1929 -1930 Othmar FRIEDL
1942 - 1945 Eduard NICCOLUSSI  1938 - 1939 Hans VETTER  1930 -1937 Rudolf HEEL 
1945 - 1947 Mathias HAGER  1939 - 1940 Anton SCHNEIDER 1937 - 1938 Simon JENEWEIN
1947 - 1949 Brigitta ENDER  1940  - 1941 Marianne WINTERSBERGER 1938 - 1941 Rupert MAlER
1949 - 1952  Alois HOFER  1941 - 1945 Maria WARTHORST 1941 - 1945 Hedi SCHWAIGHOFER
1952 - 1956 Anton BACHLER  1945 - 1951 Anton BACHLER  1945 - 1950 Rupert MAlER 
1956 - 1987  Franz GABL  1951 - 1952 Karl KRABACHER 1950 - 1955 Alois ZANGERLE
1987 - 2007 Hans HALDER  1952 - 1953 Helmut KOLB 1955 - 1956 Norbert STADLER
2007 -         Manuela HAID 1953 - 1954 Hans MELMER 1956 - 1970 Johann MELMER
    1954 - 1966 Herbert ABFALTERER 1970 - 1981 Alois DOBLER 
    1966 - 2004 Franz Josef PFAUSLER  1981 - 2001 Helene SCHROTT 
    2004 - 2010 Friedrich KRABICHLER 2001 - Notburga PLATTNER
    2010 - Hubert MARKT    

 

 

  • Landesmusikschule Pitztal

    Leiter: Norbert Sailer, Georg Matthäus Vischer Platz 37, 6473 Wenns
    Mitgliedsgemeinden: Arzl, Wenns, Jerzens, St. Leonhard

 

Musikschüler mit Lehrer Hans Halder - 1985
Fotoausstellung von Dorfchronist Pepi Schöpf - 1988

 

 


 

KULTURELLES IN DER GEMEINDE

 

Historische Getreidemühle
in Arzl-Ried

 

Besonders Erwähnenswert ist die Sanierung der alten Getreidemühle in Ried durch die Mühleninteressentschaft Arzl-Ried unter deren Obfrau Helene Schrott.

 

Wo´s Dörflein dort zu Ende geht,
wo´s Mühlrad am Bach sich dreht .........
 

DIE GESCHICHTE DER MÜHLE

Nur wenige Schritte außerhalb des Weilers Arzl - Ried steht diese fast 200 Jahre alte Getreidemühle. Sie gilt als beinahe unverändertes technisches Denkmal der seit Jahrhunderten betriebenen Getreidevermahlung in unseren alpinen Regionen. Mächtig, stolz und sich wohl ihrer morbiden Schönheit bewusst, präsentiert sie sich am Mühlenbach.

Die Eingangstüre der Mühle mit den Jahreszahlen aus dem 19. Jahrhundert, welche "1870" und "1869" und zahlreiche Initialen erkennen lassen, könnte wohl so manche Geschichte erzählen.

Als gesichert gilt, dass die Mühle bereits im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Bis zum Jahr 1900 wurde sie von 9 Mühlbesitzern über ein oberirdisches Wasserrad betrieben, danach bis 1957 mittels Druckleitung und liegender Turbine. Von 1958 bis 1970 wurde das Mühlwerk mit elektrischer Energie betrieben.

Ab 1970 stand die Mühle dann still und fiel in einen über 30 Jahre währenden Dornröschenschlaf.

 
 
 
 
DIE SANIERUNG
 

Als 1970 der Mühlbetrieb eingestellt wurde, drohte das alte Gemäuer zu verfallen. Im Jahr 1982, als engagierte Bewohner des Weilers eine Sanierung vornehmen wollten, stießen sie auf wenig Gegenliebe. Doch der Lauf der Jahre brachte einen Sinneswandel. In den vergangenen Jahren wurde die Mühle durch sehr aktive Mitglieder der Mühleninteressentschaft  - allen voran Helen Schrott - in vielen kleinen behutsamen Arbeitsschritten wieder hergerichtet. Die "Krönung" war schließlich das neue Mühlrad, das vom Mühlen-Restaurator Emil Köll im Jahr 2004 gefertigt und montiert wurde.

Seit den 70er Jahren steht die alte Mühle unter Denkmalschutz und wird von ihren Besitzern sorgsam gepflegt.

Und das Mühlrad dreht sich und dreht sich und dreht .....

 
 
 
 
 
 
KORN IST LEBEN
 

In früheren Zeiten, als die Bauern der Region vom alleinigen landwirtschaftlichen Ertrag leben mussten, galten die Mühlen als unentbehrlich für das Überleben der Familien. So sah die Kulturlandschaft des vorderen Pitztales bis weit in die 50er Jahre wie ein bunter Fleckerlteppich mit verschiedenen Äckern und Feldern aus. Es wurde Weizen, Roggen, Gerste und Mais für den Eigenbedarf angebaut und in der Mühle durch bis zu fünf Arbeitsschritte zu Mehl gemahlen.

In der Mühle in Arzl-Ried teilten sich 9 Bauern die Mühle. Jeder von ihnen verstand sein Handwerk und mahlte sein Korn selbst.

 
 
 
 
 

  "WASSERMUAS"

(Rezept von Helene Schrott)

Zutaten (für 2-3 Personen)

2 Esslöffel Weizenmehl
1/4 Liter Wasser
3 Esslöffel Butter
1 Tasse Maismehl - fein gemahlen
Salz zum Verfeinern
1 Tasse würzigen Käse - gerieben

Das Weizenmehl in Butter anbräunen (eher dunkel werden lassen), mit ca. 1/4 Liter Wasser aufgießen und gut einrühren. Herd auf kleinste Stufe zurückschalten.
Maismehl dazugeben, salzen und auf kleiner Flamme ca. 10 Minuten weiter köcheln lassen.
Dass Wassermuas am Schluss mit Käse bestreuen und ein wenig Butter darüber geben, kurz schmelzen lassen und fertig!

TIPP: Statt Käse können auch fein geschnittene, leicht angeselchte Hauswürste genommen werden.

Weiter Informationen bei:

Mühleninteressentschaft Arzl-Ried
Obfrau Helene Schrott
Ried 9, 6471 Arzl im Pitztal

Führungen und Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung!
(Helene Schrott, Tel. 05412/65049 oder 05412/64812)

Anfahrtsplan:

 

 

Neben all den anderen Sammlern von historischen und kulturellen Gebrauchsgegenständen, Fotos und dgl. in der Gemeinde, möchte ich noch besonders auf zwei von ihnen hinweisen.

 

Eine besondere Leidenschaft vom mittlerweile verstorbenen Toni Konrad "Honselers Toni" war das Sammeln alter Gebrauchsgegenstände. In seinem alten Hof hat er nach seiner Pensionierung im Stadel ein privates Museum eingerichtet, wo so mancher Besucher (nach Voranmeldung bei Frau Konrad) erstaunt ist, was man hier alles zu sehen bekommt.

 
 
Einige Ansichten von den Sammlungen
 
 

In seiner Freizeit füllenden Leidenschaft des Sammelns hat auch Krippenbaumeister Walter Kopp neben seinen vielen anderen außergewöhnlichen Sammlungen (besonders Erwähnenswert sein Biermuseum), mit Hilfe seiner Frau Margret ein kleines privates Museum von alten Gebrauchsgegenständen in seinem Haus in Timmls eingerichtet.

 
 
 
 

 

Karfreitagsprozession in Arzl

Christus wird im Pitztal zu Grabe getragen

Karfreitagsumzüge hat es in Tirol seit dem 16. Jahrhundert gegeben. Es sind lange Listen mit den Darstellern und ihren Rollen erhalten, aus denen auch ersichtlich ist, dass gewisse biblische Rollen bestimmten Berufen und Zunft­angehörigen vorbehalten blieben. Die Darsteller wurden mit ihrem biblischen Vorbild identifiziert, worunter vor allem der linke Schacher und besonders der verräterische Judas zu leiden hatten, wenn sie von der Menge beschimpft, bespuckt und geschlagen wurden. Die realistische Rollenauffassung muss sehr weit gegangen sein, denn es gab zahl­reiche behördliche und kirchliche Be­schwerden darüber, wie sich zum Beispiel Maria Magdalena aufführte oder über das allzu laute „Judengeschrei". Zwischen den Karfreitagsumzügen, die vor allem von den Kapuzinern, später von den Jesuiten gefördert wurden, und den Passionsspielen, bestehen enge Zu­sammenhänge. Trotz älteren und späte­ren Verboten haben sich Karfreitagspro­zessionen in drei Tiroler Orten auch über die Zeit des Zweiten Weltkrieges erhalten, in Nauders, in Thaur und in Arzl im Pitztal. Nachdem die Ministranten um drei Uhr nachmittags die großen Ratschen mit viel Lärm am Friedhof gedreht haben, wird eine verschleierte Corpus Christi-Figur auf einer Bahre um das Dorf getragen. Den Leichenzug führt ein Ministrant mit einem Kreuz an, auf dem die arma Christi, die Leidenswerkzeuge, angebracht sind. Ein weißgekleidetes Mädchen mit weißem Blumenkranz im Haar hält während der ganzen Prozession ein Kissen mit der Dornenkrone. Dann folgt die Christusfigur, die von dem aus Arzl stammenden Bildhauer Johann Schnegg stammt, den Friedrich II. auf sein Schloss Sanssouci rief, wo er für den Preußenkönig viele Marmorstatuen schuf. Hinter dem hölzernen Leichnam gehen der Pfarrer und dann die Gläubigen. Wenn der feierlich-traurige Leichenzug durch das Dorf wieder zur Pfarrkirche zurück­ kehrt, ist die Dämmerung schon herein­ gebrochen. In der Kirche wird die Figur zum Hauptaltar getragen und ins heilige Grab gelegt, wo sie bis zur Auferstehungsfeier verbleibt.       (Bericht von Wolfgang Pfaundler)

 
 

 

 

"In Nahles Truche gstriahlt"
 
Mundartwörter und Redewendungen zur Verfügung gestellt
von Helene Schrott aus Arzl-Ried
 
a Achselholz Kleiderbügel
a alts scheit ein altes, mageres Weib
usw. ... .....................
 
Alle gesammelten Mundartwörter zum Download in .pdf
 

 

Fasnachtsumzüge in Arzl und Wald im 4 - Jahresrhythmus
Frühjahrskonzerte und Platzkonzerte der Musikkapellen
Adventveranstaltungen in der Gemeinde
Karfreitagsprozession in Arzl
Weitere Prozessionen (Fronleichnam, Herz Jesu Sonntag, Kirchtag)
Sportler- und Lehrlingsehrungen alle zwei Jahre
Gemeindezeitung "Woadli"
Veranstaltungen für Senioren und Veranstaltungen der Vereine

 

Arzler Fasnacht: "Figatter-Reiter" in Arzl um 1930 und "Spritzer" in den 1950ern
Arzler "Singesler" und Walder "Schallner"

Rundgang durch unser Dorf - Was man sonst noch so alles auf verschiedenen Hauswänden sehen kann!

Viele der Wandmalereien, aber auch unzählige Bilder auf Leinwand wurden von dem weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannten Dorfkünstler Schöpf Hans vulgo "Giovanni" gemalen!
   
   
   
Kriegerdenkmal
   
   
   
   
In die Ecke gestellt
   
   

 

Sagen - Rund um Arzl

Die Sage vom Wilden Mann - Wald     
In der Gegend von Wald und Roppen gab es einst Wilde Männer, die zwar selten mit der kultivierten Bevölkerung im Verkehr standen, aber zuzeiten sich ihr doch gutartig und hilfreich zeigten.         
Eines Tages trieb ein Hirt im Dörfchen Wald seine Ziegen auf eine felsige Anhöhe zur Weide; eine Ziege verstieg sich, der Hirte kletterte ihr nach und hatte das Unglück, abzustürzen und sein Leben zu beenden. Da brachte gegen Abend ein großer, fremder, wild aussehender Mann die Herde getrieben, kam aber selbst nicht in das Dorf herein, sondern harrte draußen, und so auch beim Austrieb. Erst wunderten sich die Bewohner, dann gewöhnten sie sich an den seltsamen Hirten, der nie eine Ziege verlor, brach­ten ihm sein Essen hinaus, stellten es auf einen Stein, wo er es abholte, und waren ganz wohl mit ihm zufrieden, ohne seine nähere Bekanntschaft zu machen, zumal der seltsame Hirte niemals Lohn heischte, was überall äußerst gern gesehen wird. Dieses Verhältnis dauerte über zehn Jahre an, während welcher Zeit der fremde Hirte mit keiner einheimischen Seele ein Wort gewechselt hatte. Die Bewohner von Wald, die in der Kleidung ihres Hirten endlich sehr bedenkliche und offenbare Mangel erblickten, meinten nun doch, er habe einige Kleidungsstücke wohl verdient, und beschlossen, ihn mit einem neuen Gewande zu beglücken. Der Schneider des Ortes musste dies nach dem Augenmaß fertigen, und eines Tages erfolgte nebst dem Essen die Darbringung neuer Hemden, eines Hutes, einer Weste, Joppe, Beinkleider, Strümpfe und derbsohliger Schuhe, worauf sich in bescheidener Entfernung die Männer von Wald aufstellten, um sich an der Freude zu ergötzen, welche der Wilde Mann äußern werde über den neuen Anzug. Dieser kam, sah und stutzte, dann fing er an, das neue Zeug allmählich an- und das alte abzulegen, was ihm nach mehreren Versuchen auch ganz gut gelang. Er schien sich auch mit vielem Vergnügen zu betrachten, endlich lief er einen überlauten Juchzer erschallen und sang:

Und öz hab i mei Vergnüg'n, und öz bin i a schöner Bua,
und öz hüet i nöt mehr enkre Zieg'n, wo's an Hirt'n herkriegt's, schaut's halt zua!

Der Osterstein bei Arzl     
Nördlich vom Dorfe Arzl im Oberinntal liegt der so genannte Osterstein (Ostarstoan). Es ist ein freistehender massiger Hügel, vorn felsig, rückwärts bewaldet, zu dessen Höhe ein Weg hinaufführt. Oben befindet sich ein kleiner ebener Platz, mit einer Steinterasse, welche der Hochosterstein heißt. Ringsum liegen mehrere abgeplattete Steinblöcke (Ganden) zerstreut.   
Der Ort gilt für unheimlich, weil einst Hexen hier ihr Unwesen getrieben haben sollen. Weiter unten steht eine kleine Kapelle mit dem Schutzpatron den heil. Magnus; östlich am Fuße des Berges befindet sich der Sage nach ein verschüttetes Goldbrünnl. Alljährlich am Veitstage (15. Juni), bevor man das Vieh zur Alpe treibt, sowie auch bei Misswachs, geht eine Prozession um den Osterstein.      
Da sonst keine religiöse Zeremonie daselbst allenfalls zu Ostern stattfindet, von der der Hügel seinen interessanten Namen entlehnt haben könnte, so ist mit Sicherheit anzunehmen, dass wir in ihm eine alte Kultusstätte der deutschen Licht- und Frühlingsgöttin Ostara zu suchen haben.

Scheibenschlagen – Arzl   
Als am ersten Fastensonntag in Arzl in Oberinnthal Scheiben geschlagen wurden, sah man sieben Teufel, die tanzend und schreiend in den Wald sprangen. Es ist dies vor beiläufig 22 Jahren geschehen. (Arzl)

Der alte Advokat – Arzl     
Zwischen Wenns und Pitzthal geistert es im Walde. Es geht dort ein alter Advokat um, der den Wennsern die Alpe zu Gunsten der Arzler "abdisputirt" hat, nachdem er die alten Briefe in Imst verbrannt hat.

Pitzepütz, Habergais und Dilledeis – Arzl   
In der Pitzeklamm hausten auch verschiedene Pütz – so die alte Schreibung des Bachnamens – wie der „Bluatschink“ der die vorwitzigen Kinder in die wildrauschenden Fluten des Baches locke. Die Sagen von der Habergais (dem Unglück verheißenden Geschrei des Käuzchens in der nähe der Gehöfte) und dem Dilledeis (einem spukhaften Hausgeiste) dürften wohl auch Anklänge an den Glauben der heidnischen Vorfahren enthalten.

Saltthon – Timmls     
Ein Bauer von Arzl im Oberinnthal ging einmal in den Wald, um Kienholz zu machen. Dort fand er aber einen so harten Zunderstock, daß es ihn viel Mühe kostete, ihn zu "klieben". Als er mit dieser Arbeit beschäftigt war, kam eine Fanga daher und fragte den Bauer: "Wie heißest du?" Da antwortete der Bauer dem Waldweibe: "Saltthon." Da sprach die Fanga freudig: "Jetzt bekomm ich einmal Menschenfleisch, das soll mir schmecken." Darauf sagte der Bauer, der ein pfiffiger Kauz war: "Du wirst mich aber nicht roh essen; wenn das Fleisch schmecken soll, muß es gebraten sein." Nun fragte die Fanga: "Wie geht denn das?" Da erwiderte der Bauer: "Du mußt zuerst diesen Zunderstamm "klieben", ihn dann anzünden und dann kannst du mich am Feuer braten. Fahr nur mit deinen starken Händen hinein und reiß den Stock auseinander." Das that das Waldweib und griff in die Spalte hinein. Der Bauer zog aber stracks den hineingeschlagenen Keil heraus und die Fanga war nun eingeklemmt. Wie sie sich so überlistet und gefangen sah, fing sie an zu schreien und um Hilfe zu rufen. Da kam der Waldmann so herabgetümmelt (gelärmt), daß noch heutzutage der Ort Timmels heißt, und rief: "Wer hat dir ein Leides gethan?" Antwortete die Fanga: "Saltthon." Als der Waldmann dies hörte, war er unwillig und rief: "Saltthon, saltg'litten!" Dann lief er davon und ließ die Fanga im Stiche. Der Bauer kam nun mit heiler Haut nach Hause, wagte sich aber nie mehr so hoch in den Wald hinauf. (Bei Imst.)

Anmerkung: Fanga, Fenke für Waldweib ist in Vorarlberg und Graubünden gebräuchlich
"saltthon" Dialekt für "selbergetan"

Der Taschachputz - "Der Taschiputz"         
Etwa um das Jahr 1480 herum soll die Gemeinde St. Leonhard in argen Geldnöten gewesen sein. Trotzdem wollten sie eine Kapelle bauen. Um das notwendige Geld aufzutreiben suchten sie bei der reichen Gemeinde Arzl im vorderen Pitztal um einen Kredit an. Diese liehen das Geld her, aber nur unter gewissen Bedingungen. So sollte das Geld zu einem bestimmten Tag und zu einer bestimmten Stunde zurückgebracht werden. Sollte dies nicht der Fall sein, würde das gesamte Almgebiet im hintersten Pitztal an die Gemeinde Arzl fallen. 
Als nach Jahr und Tag ein Gemeindebürger das Geld zurückbringen wollte, ließen sich die Gemeindeoberen von Arzl verleugnen. So konnte das Geld nicht rechtzeitig zurückgegeben werden.    
Manche behaupten, der Bürgermeister von Arzl hätte die Uhr sogar eigenhändig vorgestellt, damit der St. Leonharder Bote ja zu spät komme.
Auf jeden Fall war ab nun das Almgebiet am Fuße des Mittagskogels und weit hinauf bis zum Rifflsee im Besitz der Arzler.        
Zur Strafe wurde der Arzler Gemeindevorsteher nach seinem Tod dazu verdammt, in der Heiligen Nacht heulend durch die Kitztgartenschlucht bei Wiese Richtung Taschach zu gehen. Unter dem Arm trägt er eine Schriftrolle. Sollte sie ihm jemand wegnehmen, wäre er erlöst. Bis jetzt hat sich aber noch niemand getraut, dies zu tun.          
So spukt der Geist des Ortsvorstehers noch immer als Taschachputz herum und bringt manchen Besucher der Taschachalm zum Fürchten.

 

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